Bennos


Blog

„Servus und Grüß Gott“

Eintrag vom 01.05.2018
Strecke anzeigen

Entfernung (Luftlinie): 41,92 km
Max. Höhenunterschied: 347 m


Ich hatte mir für heute viel vorgenommen, der Zeltplatz der Begierde lag ca. 70km entfernt. Aus diesem Grund bin ich schon um acht Uhr aufgestanden, so dass ich gegen halb zehn bereits auf dem Rad saß.

Das frühe Aufstehen wird aber wohl nie meine Paradedisziplin werden. Erstens: es ist früh, zweitens: draußen ist es kalt, drittens: ich bin meistens müde.

Es war an diesem Morgen auch sehr kalt und dazu noch windig bis böig. Deshalb musste ich mich etwas mehr als sonst einpacken.

Drognitz
Guckst du?!

Der Wind war richtig nervig, selbst bergab musste ich ordentlich reintreten. Wenigstens regnete es nicht, dachte ich mir. Nach ca. einer halben Stunde fand ich diese windgeschützte Stelle, an der ich mich zum Frühstücken niederließ.

Bank hinter Altengesees
Frühstück im Windschatten

Ich hatte trotz der Kälte, des Windes und den zahllosen Hügeln den Eindruck, dass die Beine kräftiger geworden sind, ich nicht mehr so schnell ermüde und der Hintern weniger schmerzt. Der Plan, langsam etwas Kondition aufzubauen, scheint aufzugehen.

Das Thüringer Schiefergebirge ist landschaftlich wirklich sehr reizvoll, allerdings ist das Gelände auch sehr anspruchsvoll. Der Name des Gebirges kommt übrigens nicht von ungefähr, denn in der Region um Schmiedebach wird bereits seit dem 17. Jahrhundert Schiefer abgebaut.

Bei Schmiedebach
Schieferberg

In Lehesten wollte ich eigentlich zum Mittag einkehren, aber die einzige Gaststätte im Ort war hoffnungslos überfüllt und es gröhlten besoffene Jugendliche vor dem Lokal. Mir war das alles nicht ganz koscher, weshalb ich mich für die Weiterfahrt entschied.

Die Strecke blieb bergig, so dass es permanent auf und ab ging. Am gefühlt höchsten Punkt des heutigen Tages fand sich tatsächlich ein Schild, welches mir nähere Auskunft gab.

Vor Reichenbach
Ja, so fühlte es sich auch an...

Dann hatte ich eine Ahnung, die sich beim Blick auf das Ortsschild von Reichenbach bestätigte - ich war in Bayern.

Ortseingang Reichenbach
Hilfe, ich bin in Bayern...

In Reichenbach selbst war ein Dorffest im Gange, an dem ich aber nicht teilhaben wollte. Stattdessen ließ ich mich in einer ruhigen Seitenstraße auf einer Bank nieder und futterte Nudeln mit Pesto, die vom Vorabend übrig geblieben waren.

Das ständige auf und ab zehrte an meinen Kräften. Ich wollte einfach nicht mehr. Die trostlosen Örtchen Stockheim und Hasslach machten meine Stimmung nicht besser. In Haig fuhr ich dann an einem Landgasthof vorbei und drehte direkt wieder um. Zu meinem Glück hatten sie noch Zimmer frei und so kehrte ich total erschöpft ein.

In Haig
Schnauze voll für heute

Auch wenn ich mein Tagesziel nicht ganz erreicht habe, bin ich trotzdem heilfroh, nach den gut 60km heute in einem richtigen Bett schlafen zu können.