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Prettin - Leipzig

Eintrag vom 15.04.2018
Strecke anzeigen

Entfernung (Luftlinie): 50,75 km
Max. Höhenunterschied: 45 m


Obwohl wir bereits um neun Uhr wach waren, kamen wir erst nach Mittag los. Ich weiß gar nicht, wo die Zeit geblieben ist, aber plötzlich stand die Sonne im Zenit und wir saßen immer noch nicht auf den Rädern. Es war uns aber auch herzlich egal, da heute der letzte Tag der Rundreise war und das Tagesziel Leipzig hieß.

Das Navi sagte ein fieses Höhenprofil vorher, welches sich gepaart mit den prognostizierten 61km gleich doppelt schlimm anfühlte. Nach ca. 5km dann die erste Überraschung - eine Überquerung der Elbe mit der Fähre:

„1,50€ für jeden!“, „Hier, bitte.“ „Danke.“, „Gerne.“

Das war ein intensives Gespräch, dafür hat er uns dann aber auch die restlichen zwei Minuten - so lang hatte die Überfahrt gedauert - in Ruhe gelassen.

Auf der Fähre bei Dommitzsch
Wassertaxi über die Elbe

Einige Kilometer weiter sind wir durch Zufall auf einen kleinen und versteckten Waldfriedhof gestoßen, der so schön war, dass wir gleich eine längere Pause gemacht haben. Schubis Theorien über die Verstorbenen waren so plausibel, dass mir vor Lachen mehrfach die Tränen kamen.

Waldfriedhof
Idyllisch gelegener Waldfriedhof

Nach zahllosen gleichklingenden und -aussehenden Käffern, nichtssagenden Straßen und rücksichtslosen Autofahrern erreichten wir schließlich Eilenburg. Ja, Eilenburg. Ich war vor ca. 10 Jahren das letzte Mal da und es hatte sich absolut nichts verändert. Im Gegenteil, die Stadt wirkte noch ausgehöhlter und trostloser, als ich sie in Erinnerung hatte.

Eilenburger Chemie Werke
Chemische Formel für Rost? ECW!

Einzig und allein die Eisdiele war so gut besucht, dass wir anstehen mussten. Das war es dann aber auch wirklich wert.

Eisdiele
Kleine, aber köstliche Stärkung

Die letzten 25km zogen sich dann doch ganz schön, aber schlussendlich sind wir wieder wohlbehalten zu Hause angekommen.

Angekommen
Wieder daheim

Fazit

Als kleine Lektion dieser Reise nehme ich für mich mit, dass das ganze Gepäck auf dem Rad kein Pappenstiel ist und mir eine Menge an Kondition - die ich Stand heute noch nicht habe - abverlangt hat. Ich werde bei der großen Tour daher erst einmal ganz kleine Brötchen backen, damit ich mich nicht verletze. Trotz des Gewichtes bin ich mit dem Equipment aber sehr zufrieden. Rad, Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher, - alles funktioniert tadellos und begeistert mich.

Ansonsten stellt sich mir natürlich die Frage, ob mir alleine reisen auch so viel Spaß machen wird, wie zu zweit. Wie es auch werden wird, diese Rundreise war in jedem Fall genial.