Bennos


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Quer durch Irland

Eintrag vom 07.07.2018
Strecke anzeigen

Entfernung (Luftlinie): 208,66 km
Max. Höhenunterschied: 226 m


Danke!

Ich möchte mich heute zuerst einmal bei allen Lesern bedanken, die mich immer wieder ermutigen, weiter zu machen und mir sehr viel Kraft auf der Reise geben. Vielen dank dafür!

Nun bin ich schon eine ganze Weile hier im schönen Irland und ich muss sagen, die Insel hat es mir ganz schön angetan. In gerade einmal drei Tagestouren bin ich bis Athenry - etwas östlich von Galway - gekommen.

Yolegrove - Nore Valley Park (68km)

Schon von Weitem waren die Berge am Horizont zu erkennen. Ich dachte mir nur, hoffentlich musst du da nicht drüber. Natürlich musste ich drüber, aber es war wirklich ein Erlebnis, von oben über die Insel zu blicken.

Hinter Adamstown
Unheil am Horizont

Bevor es aber soweit war, machte ich eine lange Pause in einem kleinen Örtchen Namens Graiguenamanagh. Als die Wirtin mich fragte, wo es heute noch hin ginge, sagte ich Kilkenny. Daraufhin schlug sie die Hände über dem Kopf zusammen, schaute fassungslos ihre Kollegin an und meinte, ob ich anstelle des Rades nicht lieber ihren fliegenden Besen haben wolle.

In Graiguenamanagh
Ausblick von der Brücke in Graiguenamanagh

Nach einer guten Stunde bergauf kam ich fertig, aber stolz und zufrieden auf der Bergkuppe an und konnte mich dann über eine lange Abfahrt freuen, die Muli und mich auf knapp 65km/h beschleunigte.

Auf dem Coppanagh
Auf dem Coppanagh

Unten angekommen, traf ich auf eine moosbewachsene Kirche und einen uralten Friedhof.

In Dungarvan
Uralter Friedhof

Der Campingplatz war sehr schön. Begrüßt wurde ich von einer irischen Version von Hannes Wader, der lautlos in seinem Elektromobil über den Platz glitt. Auch eine Küche war vorhanden, so dass ich den vorhandenen Gasherd nutzen konnte.

Küche des Campingplatz
Küche des Campingplatz

Nore Valley Park - Mountshannon (137,5km)

Ich fasse zusammen: was für eine bescheuerte Aktion, aber auch hier war ich am Abend völlig im Eimer, aber zufrieden.

In Kilkenny
In Kilkenny
Vor Dolla
Ausblick ins Tal
Kurz vor dem Zeltplatz
Verdient!

Leider war der Campingplatz sehr voll und dementsprechend laut. Einige feierwütige Iren hatten auch um 03:20 Uhr noch nicht genug. Man kann sich vielleicht vorstellen, dass ich unter diesen Umständen nicht besonders gut schlief.

Mountshannon - Ballymore (54km)

Mir fiel plötzlich auf, das es Sonntag war und ich heute wahrscheinlich gar nichts zum Einkaufen finden würde. Ich bekam es etwas mit der Angst zu tun, da ich fürchtete, mit leerem Magen durch den Tag zu fahren. In einem Pub in Woodford bekam ich aber tatsächlich ein Irish Breakfast. Wie ich später feststellte, hatten auch fast alle Geschäfte geöffnet, so dass meine Sorgen unbegründet blieben.

Hinter Woodford
Fast schon kitschig

Allerdings steckten mir die Strapazen des Vortages noch in den Knochen, das merkte ich deutlich. Es ging immer rauf und runter und mich dürstete es nach einem kalten Getränk. Als wären meine Gedanken erhört worden, erschien unvermittelt eine Bar auf der Kuppe eines Hügels und das Open-Schild offerierte mir, dass ich eintreten solle.

Vor Loughrea
„Mittagessen“ in der “the hill bar”

In Loughrea machte ich noch einmal Pause, aß ein Eis und bestaunte die beeindruckende Kathedrale.

In Loughrea
Orgel in St. Brendan’s Cathedral

Am Abend war ich zu Gast in einem sehr schönen B&B in Ballymore, welches ich als Einziger in dieser Nacht bewohnte.

Die erste Juliwoche

Am Montag kam auch Sabrina auf die Insel, um mir einen Besuch abzustatten. Wir hatten uns in Athenry - unweit von Galway - verabredet, wo wir uns eine „kleine“ Cottage gemietet hatten. Was wir nicht wussten, dass auch ein anhänglicher Labrador namens Jessie und eine ganz junge Katze Namens Tigger im Mietpreis inbegriffen war. Wir verstanden uns aber alle prächtig.

In Athenry
Sabrina und Haushund Jessie
In Athenry
Benno, Jessie und Tigger (v. l. n. r.)

Am Mittwoch fuhren wir nach Galway und zum Strand von Salthill. Ich ging mit den Füßen in den Atlantik und beschloss, dass es zu kalt zum Baden sei. Sabrina war anderer Meinung, zog ihren Bikini an und war ratzfatz auf dem Weg ins Wasser. Ich spurtete hinterher und bin dann auch mal kurz abgetaucht. Mann war das kalt! Und rechts und links spielten die Kinder im Wasser, als wären es Temperaturen wie in der Badewanne.

In Salthill
Am Strand in Salthill
In Galway
Im Zentrum Galways

Am Freitag machten wir einen Ausflug zu den Cliffs of Moher südwestlich von Galway. Es war ein herrlicher Tag, da wir strahlend blauen Himmel hatten und wir sehr gespannt auf die Klippen der Steilküste waren. Mit dem Zug ging es nach Galway und von dort aus mit dem Bus nebst „Zwei Cappuccino, please“ weiter.

Die Busfahrt war nicht ohne. Der Fahrer fuhr wie ein Henker und es ging wie in einer Berg- und Talbahn auf der Kleinmesse immer hoch und runter, wurde man nach rechts und links in den Sitz gedrückt. Etwas blass um die Nasenspitze könnten wir nach anderthalb Stunden Fahrt dem Bus endlich entsteigen.

Die Steilküste war wirklich atemberaubend schön und so genossen wir die zwei Stunden Aufenthalt sehr und wanderten ein gutes Stück am Rand der Klippen entlang.

Cliffs of Moher
Cliffs of Moher

Die gemeinsame Zeit verging wieder wie im Fluge und wir beide sind schon etwas traurig, dass wir uns morgen wieder einmal für eine ganze Zeit trennen müssen. Doch bevor es soweit sein wird, lassen wir es heute noch einmal bei traditioneller irischer Livemusik krachen.