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Vom Elsass nach Lothringen

Eintrag vom 07.06.2018
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Entfernung (Luftlinie): 74,48 km
Max. Höhenunterschied: 135 m


Heute ging die Reise von Niederschaeffolsheim im Elsass bis kurz hinter Leiningen in Lothringen. Bevor ich losfuhr, spannte ich erst einmal Mulis Kette, pumpte Luft auf, ölte einmal die wesentlichsten Teile und streichelte es noch einmal sanft.

Muli? Ja, ich habe das Fahrrad Muli getauft, weil es eben mein kleiner, zuverlässiger Packesel ist.

Das Wetter war viel angenehmer als die letzten Tage. Es hatte um die 24 Grad und es war bewölkt. Das ist für mich das ideale Radwetter, bei dem man durchaus auch mal einen Kilometer mehr fahren kann. Die Strecke verlief fast ausschließlich über die sogenannten D-Straßen. Das „D“ steht für Departmént und so verbinden diese Wege die einzelnen Gebiete. Es herrscht kaum Verkehr, sie sind gut ausgebaut und somit vorzüglich geeignet für Radfahrer.

Hinter Alteckendorf
Schönes Radwetter

Zwei Handwerker fuhren in ihrem Caddy plötzlich hinter mir, hupten und kamen dann neben mich. Sie grüßten, lachten und zeigten mir den Daumen nach oben. Sie fragten mich etwas auf französisch, worauf ich mit der Standardphrase „Je ne parles pas français“ antwortete. Dann sprachen sie auf einmal Deutsch mit mir - herrlich. Dass sie den ganzen Verkehr hinter sich aufhielten, schien sie nicht weiter zu stören. Erstaunlicherweise regte sich auch keiner darüber auf, alle fuhren brav hinter dem Caddy und warteten, bis wir fertig geplauscht hatten. Von dieser Gelassenheit kann man sich in Deutschland wirklich mal eine Scheibe abschneiden.

Die Landschaft wandelte sich im Laufe des Tages von Feldern und Obstplantagen zu bergigerem und bewaldeterem Terrain - den Nordvogesen. Persönlicher „Höhepunkt“ war „La Petite Pierre“ (dt.: Lützelstein), wo ich tatsächlich eine Pause einlegen musste.

La Petite Pierre
Ausblick nach steilem Anstieg

Die Nordvogesen erinnerten mich ganz stark an das Thüringer Schiefergebirge: Hoch, runter, hoch, hoch, hoch. An einer alten Eiche brauchte ich erneut eine Pause. Es waren ab hier noch gut 30km zu fahren.

Vor Rimsdorf
300 Jahre alte Stieleiche

Das letzte Stück verlief moderat im Höhenprofil. Es nieselte ein wenig, was aber nicht weiter störte. Kurz vor Ziel erspähte ich noch mehrere Bunkeranlagen - mitten auf dem Feld. Leider kam ich nicht näher ran und auch jeglicher Hinweis fehlte, aus welchem Weltkrieg dieser Bau wohl stammte.

Hinter Leiningen
Stumme Zeugen

Kurz nach 18:00 Uhr erreichte ich den Campingplatz. Die einzigen Zelter neben mir waren ein belgisches Ehepaar, welches - auch mit dem Fahrrad - unterwegs nach Rom ist.

Campingplatz Tentsch
Blick auf den See am Campingplatz

Morgen geht es weiter in Richtung Metz. Bis nach Bergues ist es ja nicht mehr weit.